Babyschuhe: Ab wann sinnvoll und welche Größe zuerst?
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Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Besprich Änderungen an Ernährung, Pflege oder Gesundheit deines Babys immer mit eurem Kinderarzt.
Barfuß laufen ist die beste Förderung
Kinderorthopäden sind sich einig: Barfuß laufen ist für die Fußentwicklung das Beste. Die Muskeln, Sehnen und Bänder der kleinen Füße werden beim barfüßigen Gehen aktiv trainiert. Schuhe dämpfen diesen Trainingsreiz und können die natürliche Fußentwicklung sogar verlangsamen. Solange dein Kind drinnen läuft, braucht es grundsätzlich keine Schuhe.
Auf glatten Böden können Stoppersocken oder Lederpuschen mit rutschfester Sohle sinnvoll sein. Sie schützen vor Kälte und Ausrutschen, ohne die Fußbeweglichkeit einzuschränken. Lederpuschen gibt es in Größen ab 17 und kosten zwischen 15 und 30 Euro. Sie sind die beste Zwischenlösung für die Krabbelzeit und die ersten Gehversuche in der Wohnung.
Draußen auf unebenem Untergrund wie Rasen, Sand oder Waldboden darf dein Kind ebenfalls barfuß laufen, sofern der Boden sicher ist. Unterschiedliche Untergründe stimulieren die Fußmuskulatur und das Gleichgewicht besonders gut. Erst wenn dein Kind regelmäßig draußen auf hartem oder unsicherem Untergrund läuft, werden richtige Schuhe nötig und sinnvoll.
Erste Lauflernschuhe: Worauf es ankommt
Lauflernschuhe müssen drei Dinge können: Schützen, ohne einzuengen. Stützen, ohne zu stabilisieren. Greifen, ohne zu dämpfen. Die Sohle sollte dünn, flexibel und rutschfest sein. Teste die Biegsamkeit: Du solltest die Sohle mit einer Hand ohne Kraftaufwand zusammenfalten können. Starre Sohlen behindern den natürlichen Abrollvorgang des Fußes.
Das Obermaterial sollte weich und atmungsaktiv sein. Leder ist ideal, weil es sich der Fußform anpasst und Feuchtigkeit aufnimmt. Synthetische Materialien können Schweißfüße fördern. Die Ferse muss fest sitzen, ohne zu drücken. Der Schuh sollte so leicht wie möglich sein, damit dein Kind ihn beim Laufen kaum spürt und nicht aus dem Gleichgewicht kommt.
Verzichte auf Schuhe mit Fußbett oder Einlagen, sofern der Kinderarzt keine verordnet hat. Gesunde Kinderfüße brauchen kein künstliches Fußbett. Die Fußwölbung entwickelt sich bis zum Schulalter natürlich. Plattfüße bei Kleinkindern sind normal und kein Grund für orthopädische Schuhe. Erst ab dem 6. Lebensjahr wird ein Plattfuß als behandlungsbedürftig eingestuft.
Größe richtig messen: So geht es
Babyfüße wachsen schnell und ungleichmäßig. Miss die Füße alle sechs bis acht Wochen, am besten am Nachmittag, wenn die Füße durch Wärme und Belastung etwas größer sind. Stelle dein Kind auf ein Blatt Papier, zeichne die Fußumrisse nach und miss die Länge vom längsten Zeh bis zur Ferse. Addiere 12 mm für Wachstumsraum.
Die gemessene Länge in Zentimetern rechnest du mit folgender Formel in die Schuhgröße um: Fußlänge in cm x 1,5 + 2 = Schuhgröße. Beispiel: 12 cm x 1,5 + 2 = Größe 20. Verlasse dich nie auf Größenangaben der Hersteller, da diese bis zu eineinhalb Größen abweichen können. Über 80 Prozent der Kinder tragen laut Forschung zu kleine Schuhe.
Im Schuhgeschäft prüfst du die Passform mit dem Daumentest: Drücke auf die Schuhspitze. Zwischen dem längsten Zeh und der Schuhspitze sollte eine Daumenbreite Platz sein. Alternativ gibt es Messinstrumente wie das plus12-System, das die Innenlänge des Schuhs exakt ausmisst und mit der Fußlänge vergleicht. Diese Methode ist deutlich zuverlässiger als der Daumentest.
Größentabelle: Alter, Fußlänge und Schuhgröße
| Alter | Fußlänge | Schuhgröße |
|---|---|---|
| 0–3 Monate | 9,5–10 cm | 16–17 |
| 3–6 Monate | 10–11 cm | 17–18 |
| 6–12 Monate | 11–12,5 cm | 18–20 |
| 12–18 Monate | 12,5–13,5 cm | 20–22 |
| 18–24 Monate | 13,5–14,5 cm | 22–23 |
Die Tabelle zeigt Durchschnittswerte. Jedes Kind ist anders. Die linke und rechte Fußlänge können sich unterscheiden. Miss immer beide Füße und richte dich nach dem größeren Fuß. Kinderfüße wachsen im ersten Lebensjahr etwa 2 cm, im zweiten etwa 1,5 cm und danach etwa 1 cm pro Jahr.
Häufige Fehler beim Schuhkauf vermeiden
Kinder spüren nicht, ob ein Schuh zu klein ist. Ihr Nervensystem ist noch nicht ausgereift genug, um Druckstellen zuverlässig zu melden. Deshalb ist die Aussage deines Kindes auf die Frage, ob der Schuh passt, nicht aussagekräftig. Verlasse dich auf Messungen, nicht auf Gefühl. Prüfe die Passform regelmäßig alle sechs bis acht Wochen.
Kaufe keine Schuhe auf Vorrat. Die Füße deines Kindes wachsen nicht gleichmäßig, und ein heute passender Schuh kann in drei Monaten übersprungen sein. Gebrauchte Schuhe von Geschwistern oder Freunden sind nur bedingt empfehlenswert: Stark abgelaufene Sohlen oder verformtes Fußbett können die Fußentwicklung beeinträchtigen. Wenig getragene Second-Hand-Schuhe sind dagegen unbedenklich.
Winterschuhe und Gummistiefel müssen die gleichen Anforderungen erfüllen wie Lauflernschuhe: flexible Sohle, genug Platz, leichtes Gewicht. Gefütterte Winterschuhe fallen oft kleiner aus als angegeben. Miss die Innenlänge mit einem Messgerät und rechne 12 mm dazu, auch wenn der Schuh dadurch eine Nummer größer ausfällt als die Sommerschuhe deines Kindes.
Veröffentlicht durch die Krabbelfieber-Redaktion. Veröffentlicht am 29. Mai 2026.
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